Ich liebe die schwedische Arbeitskultur. Dort sind Überstunden verpönt und gelten als Zeichen schlechter Planung oder chronischer Unterbesetzung. Wenn also Überstunden nötig werden, muss das Management das hinbekommen, nicht die Angestellten.
@Shiny_das_Gespenst so sollte es sein
@Shiny_das_Gespenst Überstunden _sind_ ein Zeichen schlechter Planung oder chronischer Unterbesetzung. Zumindest wenn sie regelmäßig auftreten.
@Mr_GHARice @Shiny_das_Gespenst @fernsehchat oder halt Ausbeutung. Da gab es neulich Presseberichte, dass der gute Bezos gerne 50h-Wochen mit häufigen 12h Schichten hätte.
@Mastokarl @Mr_GHARice @Shiny_das_Gespenst @fernsehchat
Das ist doch gemeint: Bezos hat keinen Plan.
@lobingera @Mr_GHARice @Shiny_das_Gespenst @fernsehchat warum ist „ich beute meine Mitarbeiter für mehr revenue aus“ kein Plan?
@Shiny_das_Gespenst Habe ich von einer befreundeten Ärztin, die in Kopenhagen gearbeitet hat, auch so gehört. Wenn Schluss, dann Schluss.
@datenhalde @Shiny_das_Gespenst und nach Schluss ist keines mehr krank?
Ist das Bild über Schweden nicht sehr idealisiert?
@Wando
Kopenhagen ist nicht in Schweden ;)
Entweder du hast genug Personal, oder du hast nicht genug Personal. Das auf dem Rücken der Angestellten auszuleben, indem du Überstunden notwendig machst, ist asozial.
@Shiny_das_Gespenst
@datenhalde @Shiny_das_Gespenst da gebe ich Dir Recht. Hier in D. wird den Angestellten zB. in Pflege Schuldgefühle gemacht, damit sie sich stärker ausbeuten.
In Schweden nicht. Ist toll. Da hilft aber dann einfach keines. Du verreckst weil der Krankenwagen ewig braucht. Diese ganzen Gewaltopfer haben viel damit zu tun, das der neoliberale schwedische Staat schön spart und alle auf eine nette Work Live Balance achten, bis sie selbst betroffen sind und mit einem 'hey' abtreten. Es ist komplexer.
@Shiny_das_Gespenst guter Ansatz. Aber in einem sozialen Gefüge kann man Engstellen auch gemeinsam bewältigen.
Ich bin nicht immer ein Fan von Polarisierung.
@pinocio @Shiny_das_Gespenst Was am Ende dennoch Mehrbelastung für alle bedeutet mit den entsprechenden Folgen bei Mittel- oder Langfristigkeit.
Edit: Ich sehe im Ausgangspost auch keine Polarisierung.
@JDersvenheisst @Shiny_das_Gespenst
muss das Management das hinbekommen, nicht die Angestellten.
@pinocio @Shiny_das_Gespenst ja habe ich gelesen.
@JDersvenheisst @Shiny_das_Gespenst
Mein Ansatz sagt, gemeinsam schaffen wir eine Lösung
Und nicht
Die buckeln jetzt, damit es klappt
Oder
Das Management muss es richten
Wäre so schön einfach.
@pinocio
Ich finde Deinen Anspruch mit „wir schaffen das alle gemeinsam“ ehrenvoll. Das verkennt allerdings, daß die Mittel um Überstunden zu vermeiden leider meistens nicht bei den Beschäftigten liegen, sondern beim Management bzw bei den Arbeitgebern.
Deswegen finde ich den Ansatz zu benennen, wessen Verantwortung es vornehmlich ist, wirklich gut.
@theVedek @JDersvenheisst @Shiny_das_Gespenst prinzipiell hast du Recht.
Aber das Problem in unserer Gesellschaft ist doch, dass alle nicht gemeinsam an einem Strang ziehen. Mit dieser Idee gibt es am Ende natürlich auch ganz flache bzw. kaum Hierarchien. Und es findet natürlich eine Umverteilung des Geldes statt.
Nenn mich gerne Phantast
@pinocio
Ich finde es ehrlich gesagt schwierig, wenn von mir verlangt wird dass ich mit meinem 10 cm Strang genauso viel leisten soll wie der Arbeitgeber mit den 5 m Seil.
Du hast natürlich insofern Recht, als daß ich eben auch mit den 10 cm beitragen kann und werde. Aber ich werde immer n bisschen brastig, wenn das gleiche verlangt wird, oder 10 cm und 5 m gleich gestellt werden.
@theVedek @JDersvenheisst @Shiny_das_Gespenst das ist nicht mein Ansatz. Das ist die derzeitige Struktur. Die wird uns töten.
Wir müssen Denkweisen und Strukturen verändern. Gemeinsam gemeinsames schaffen.
Und nicht für den Unternehmer arbeiten.
Ist aber zugegen hier im mastodon eine schwierig zu führende Diskussion. Sollte eher persönlich beim Bier/Wein oder was auch immer geführt werden
@pinocio
Äh, ja, logisch. Natürlich. Das wäre toll. Klar.
Aber das geht n bisschen vorbei an der Feststellung, daß in Schweden Überstunden eher als Problem der Organisation verstanden werden, oder? Klar ist es auch Problem aller Arbeitenden, weil wir da ja mitmachen.
Du bist eigentlich schon 10 km weiter vorne mit Deiner Diskussion. Ich dachte im Original-Trööt ging es erst einmal drum, dafür zu sensibilisieren daß …
1/2
@pinocio
daß es eine Verantwortung ist, die eher die Organisation (AG,Management) angehen kann.
Der Original-Trööt beschäftigt sich also mit der Realität, während Du sagst alles blöd, lass uns lieber Träume verwirklichen. Find ich ja eigentlich gut. Kann man machen. Aber gleichzeitig kann mensch doch auch schon mit kleinen Schritten anfangen die Realität zu verändern. Schließt sich ja nicht gegenseitig aus. ?
@theVedek @JDersvenheisst @Shiny_das_Gespenst wir kommen nur mit Visionen und in kleinen Schritten weiter
Mein erster Job nach der Schule war in Österreich in einem österreichischen Unternehmen... und dort hat mir der Chef GENAU DAS gesagt.
"Es kanm schon mal vorkommen, dass wir Überstunden machen müssen. Nach einer Messe z.B.
Aber wenn das regelmäßig vorkommt, müssen wir mehr Leute einstellen".
Das Unternehmen gibts jetzt nach 30 Jahren übrigens immer noch.
@jakob @Shiny_das_Gespenst Oder wie Robert Bosch sagte:
"Ich zahle nicht gute Löhne, weil ich viel Geld habe, sondern ich habe viel Geld, weil ich gute Löhne zahle."
@stehgeiger @jakob @Shiny_das_Gespenst Wird das in seinem Konzern heute noch gelebt?
@stehgeiger @Shiny_das_Gespenst
Ich hab das auch mal umgekehrt erlebt...
Einen Job, den ich aus einer persönlichen Not heraus gemacht habe... Telefonumfragen... (will man nicht freiwillig...)
Da hat der Cheffe beim Einstellungsgespräch gemeint, dass er früher den ganzen Saal besessen hatte und ein Heer an Telefonagenten beschäftigte, jetzt sind aber nur mehr 7 übrig. Und das wären alles Idioten.
Ich hab dann zu ihm gesagt: "Haben sie sich schon einmal gefragt, wer diese Idioten eingestellt hat?"
Da hat er dann blöd geschaut... es wurde ihm da erst bewusst, dass er die Leute selbst eingestellt hat...
Gezahlt hat er nicht viel. Die Arbeit ist entwürdigend... und sowas machen nur Menschen in Notlagen. Die waren alle - so wie ich damals auch - nicht gut drauf. Weil eben in Notlage und auf solche Jobs angewiesen. Klar bringt man da nicht die "Leistung" die man erbringen könnte, wenn man nicht in Not ist...
Trotzdem flog der Cheffe ein Privatflugzeug (Irgend eine Cessna) zum Vergnügen in der Gegend herum und machte 1 Million Jahresumsatz... und konnte den doofen Mitarbeitern halt nicht besonders viel zahlen.
Ich war dann dort auch nicht besonders lange... und ich glaub, die Firma gabs dann auch nicht mehr lange.
@jakob
Darauf antworte ich mit dem nächsten Zitat: "If you pay peanuts, you'll get monkeys"
Ausdrücklich nicht auf dich gemünzt
@stehgeiger @Shiny_das_Gespenst
Von diesen "Idioten" kannte ich sogar einen... und ich wusste damals schon, der ist kein Idiot. Er dürfte wohl auch in eine Notlage geraten sein... und so war es dann auch.
Hab mich auch mit den anderen unterhalten... alle das selbe Schicksal.
Und selbst wenn du einer Spitzenkraft nur Peanuts zahlst... wirst du dort nur das Affen-potential rauslocken. Yes. So ist es. (Durchaus auch auf mich gemünzt... )
@jakob @Shiny_das_Gespenst Geschäftsmodelle, die sich nur durch Ausnutzung von Notlagen rechnen, können halt einfach weg.
Aber das verdeutlicht einmal mehr warum es in der Wirtschaft und darüber in (großen Teilen) der Politik kein Interesse gibt etwas gegen den Niedriglohnsektor bzw. prekäre Beschäftigungsverhältnisse zu unternehmen.
Im Gegenteil: Union und SPD arbeiten ja fleißig an frischen (hoch motivierten) neuen Arbeitskräften /s
@Shiny_das_Gespenst
Ja, das fällt auf die Chefetage zurück, also nach oben und nicht nach unten.
@Shiny_das_Gespenst auf nach Schweden sowieso ein tolles Land, auch was das Gesundheitswesen, Bildungswesen, Rentenversicherung angeht
@Manuela_Scheel
Aber nicht mehr lange, wenn die Deutschen auf die Idee kommen, nach Schweden ziehen.
@Shiny_das_Gespenst
@Manuela_Scheel @Shiny_das_Gespenst Und sie brauchen noch nichtmal mit nem Schlauchboot übers Meer.
@Manuela_Scheel @Shiny_das_Gespenst Mein Onkel wohnt da und aufgrund der Erfahrungen von ihm und seiner Frau muss Dich zumindest in Hinsicht Gesundheitssystem enttäuschen. Das ist ganz schrecklich dort.
@Shiny_das_Gespenst Das kannst Du in Deutschland auch haben. Tarifvertrag und Betriebsrat vorausgesetzt.
@RudiPf Korrekt. Und um das für alle mal mit Zahlen zu unterfüttern:
"Höchste gewerkschaftliche Organisation hat im EU-Vergleich Schweden, gefolgt von Finnland und Norwegen. Hier sind zwischen 64 und 74 Prozent aller Beschäftigten Mitglieder einer Gewerkschaft. In Deutschland hingegen trifft dies nur auf ein Fünftel der Beschäftigten zu."
@frankboehmert @RudiPf @Shiny_das_Gespenst ich habe mal einen Betriebsrat gegründet. Bin auf die Gewerkschaft (verdi) zugegangen, bin eingetreten und habe um Hilfe gebeten.
Die Antwort war hauptsächlich Arroganz und nicht hilfreich
Bin wieder ausgetreten, hab den BR alleine mit Kollegen auf die Beine gestellt und nicht überzeugt, dass die Gewerkschaften irgendwas können
@Shiny_das_Gespenst
Überstunden müssen teuer sein. Dann gibt es einen Grund für das Unternehmen, sie zu vermeiden.
@fschroed @Shiny_das_Gespenst Teuer im Sinne hoher Strafzahlungen.
Solange es bei kleinen Zulagen für die AN bleibt, ist es für die Firmen immer billiger, als genug Leute einzustellen und die Organisation zu straffen.
@zynmaster @Shiny_das_Gespenst
Teuer im Sinne von hohen Zulagen für AN.
@fschroed @Shiny_das_Gespenst Dann haben die Arbeitnehmer selber großes Interesse daran, ständig Überstunden zu machen. Und so hoch, dass es den AG wehtut, werden die niemals ausfallen.
In meiner Branche ist das so üblich (Bereitschaftsdienste) und die Leute stehen drauf, sich alles ausbezahlen zu lassen, also freiwillig 47-55h-Wochen zu leisten.
Das Problem hierzulande liegt nicht (nur) bei den Arbeitgebern.
@zynmaster @fschroed @Shiny_das_Gespenst Solche Kollegen hab ich auch. Man redet sich beim AG den Mund fusslig wegen Arbeitsrecht und Überlastung, das zeigt aber keine Wirkung, solange sich immer ein "Doofer" findet, der Ja sagt. Und so geht es einfach immer so weiter.
@taak
Jupp.
Als ich beim aktuellen AG angefangen habe, gab das ein Stundenkonto für alles. Da haben schon ein paar Kanllköppe gefordert, dass die Dienste ausgezahlt werden "wie anderswo".
Dann kam der Personalmangel und mit Hinweis auf die allgemeinen Gepflogenheiten in der Branche werden die Dienste jetzt für fast alle bezahlt und nicht angerechnet - der AG spart sich damit die Besetzung von 3 vakanten Stellen.
@Shiny_das_Gespenst Das ändert ja nichts daran, dass alle möglichen Arbeitsbereiche in D chronisch unterbesetzt sind (im Gesundheitsbereich nennt sich das Pfegenotstand und ist seit 1992 bekannt). Also was tun? Etwa (Achtung, Triggerwort) Migration positiv sehen und Migranten in Arbeit statt zurück nach Wohinauchimmer bringen? Wie soll Fritze denn die nächste Wahl gewinnen?
@Shiny_das_Gespenst
Grüße aus der #Kita
So lange das Personal so auf Kante,bzw noch knapper (90%) genäht ist, kommt es zu
Überstunden oder Schließung.
Wenn aber, wie bspw gerade in #Hamburg durch den Geburtenknick, weniger Kinder in Kitas sind und das Personal tatsächlich mal so arbeiten könnte, wie es pädagogisch und gesundheitlich vertretbar ist, wird die Schraube angesetzt. Durch das Gutscheinsystem nicht refinanziert -> Druck auf die Kitas, mehr Kinder oder weniger Personal.
#kitastrophe
@Sky_Mare @Shiny_das_Gespenst
Das ist das deutsche System: Was, ihr schafft das nicht? Dann macht schneller, länger, weiß der Fuchs was.
Was, ihr schafft das gut? Na dann reicht ja einer (oder weiß der Fuchs wie viel) weniger.
PS: Nix gegen den Fuchs
@Shiny_das_Gespenst
Da war wohl jemand noch nie Unternehmer.
Wovon reden wir denn hier, Vorsatz bis hin zu Ausbeutung oder Überstunden 'unvermittelt od. beschränkt der Lage entsprechend'?!
@Shiny_das_Gespenst Schon diese eine berliner Schülerband hat seinerzeit ein Loblied auf Schweden gesungen. Das war viel Wahres dran.
@Shiny_das_Gespenst Als Arbeitgeber kann ich sagen: "Das kommt auf die Branche an"
@Shiny_das_Gespenst
Ich lass einmal einen #Arbeitsvertrag mit ca. 1800 Euro Bruttogehalt in dem stand das in diesem Gehalt 20! #Ueberstunden im Monat mit abgegolten wären.
Ich habe der Person, der man diesen Vertrag angeboten hat, davon abgeraten.
Es war eine #IT-Firma und eine #Programmier Stelle .....
Und das gerade beim Programmieren die Zeit eher schlechter planbar ist sollte ja bekannt sein.
@Shiny_das_Gespenst Du, bei einigen meiner deutschen Kunden ist das ebenfalls so, in erster Linie in der Industrie. Überstunden sind schon hinreichend teuer und das deutsche Arbeitsschutzrecht eklig, was das anbetrifft. Klar gibts auch viele Firmen die sich darüber Hinwegsetzen, die sind dann eher im IT KMU Bereich oder bei den Discounter zu suchen, aber es zwingt einen ja keiner da zu arbeiten.
USA hingegen sind völlig andere Kultur. "Unhinged overtime" ist dort immer noch weit verbreitet.
@Shiny_das_Gespenst kenne das von einer Sparkasse. Wenn ein Arbeitnehmer eher langsam arbeitet und Überstunden braucht, wird Druck gemacht, dass die Arbeit in der vorgegebenen Zeit erledigt wird.
Da gab es einmal die Situation, dass alle MA einer Abteilung ihre Ziele erreicht haben. Natürlich wurden dann die Ziele angehoben.