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Postfaktisches und Wahrheitstheoretisches. Hoffentlich nicht zu sperrig. Offenkundig aber scheint, dass die Philosophie in den letzten 40 Jahren von Fortschritten weitgehend unbeleckt geblieben ist. Eigentlich traurig, denn Philosophie inkl. wissenschaftlicher Unterfütterung könnte nicht nur erhellend sein, sondern auch Spaß machen.

Thomas Zoglauer: Konstruierte Wahrheiten. Wahrheit und Wissen im postfaktischen Zeitalter. blog.litteratur.ch/WordPress/?

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@scheichsbeutel „Mit 16 ARTHUR SCHOPENHAUER, ein ausgesprochener Mann, dessen gewaltige Ehrlichkeit & bullige Wucht mich auf ewig für NIETZSCHE verdorben haben : Der changierte mir gleich beim ersten Anblättern etwas zu elegant.“ (Arno Schmidt, Dichter & ihre Gesellen; arno-schmidt-stiftung.de/eba/s)

@scheichsbeutel bei mir war es eher umgekehrt (wobei Schmidts Selbstaussage vermutlich eh nicht stimmt). Ich hab zuerst, so mit 16, 17 Nietzsche gelesen (Ullstein, Schlechta) - mit wachsender Begeisterung. Und dann kam mit ~ 20 Schopenhauer. Einer der seltenen Momente der Erstlektüre (Vierfache Wurzel), an die ich mich intensiv erinnere: da war ich geflasht. Seither ist Schopenhauer mein Hausheiliger. (Aber das ist alles sehr kompliziert, selbst bei 500 Zeichen ;-).)

@scheichsbeutel die erwähnten Wahrheitstheoretiker fand ich mitunter amüsant, aber ich konnte sie nicht wirklich ernstnehmen. Mitunter witzige Formulierungen & Gedankenblitze (von denen sie prompt geblendet wurden): was unterscheidet ihr Geschwurbel von sagenwirmal dem komplett bescheuerten Fichte? Das sind doch alles Sprachspielchen. Erinnert mich an Boswell, der von Johnson überliefert: „ich widerlege (die Solipsisten) *so*“ (tritt gegen einen Stein und verletzt sich)

@giesbert Natürlich liest man mit 16 Nietzsche - und kokettiert mit dem elitären Gehabe (vor allem dann, wenn einem der Rest der Welt ständig erklärt, dass man nichts kann oder ist - wie es bei mir war). Dann liest sich "warum ich so klug bin", "warum ich so gute Bücher schreibe" ganz angenehm und man kann verächtlich auf das Gegenüber blicken, das das Zitat nicht erkennt.

Schopenh hatte (für mich) einen ähnlichen Reiz, er war der erste Philosoph, den ich zu verstehen glaubte. Die Parerga und Paralipomena war das zerlesenste Reclamheftchen in meinem Besitz (anderes las ich erst später). Aber Schopenh hat auch viel für mich verloren, er neigte dazu, seinem System alles unterordnen zu wollen und seine Verachtung für den "großen Haufen" vermag er zwar pointiert auszudrücken, das ist aber nicht unwesentlich von seinem bescheidenen Erfolg als Philosoph geprägt.

@giesbert Ich will noch nicht einmal Nietzsche insgesamt verdammen, sein Werk scheint mir eine fortgesetzte Kompensation von Minderwertigkeitskomplexen, Unsicherheiten und er erschuf sich einen Übermenschen, der er gerne gewesen wäre. Russell hat den martialischen Nietzsche wunderbar charakterisiert: 9 von 10 Frauen hätten ihm die inkriminierte Peitsche aus dem Zarathustra weggenommen.

@giesbert Und seine Auslassungen zur Weiblichkeit sind doch eher peinlich - ähnlich wie bei Nietzsche - und geprägt von Unsicherheit und Hilflosigkeit (und dem prekären Verhältnis zu Mama), wenngleich für unschuldiges Provozieren ein probates Mittel ;-). - Ganz nebenbei: Ich bin hier derzeit noch mit der Technik überfordert, jedenfalls ist die Reihe der Antworten irgendwie durcheinander gekommen. Ich werd's schon noch lernen - und verständlich sollte es trotzdem sein.

@scheichsbeutel Das Threading ist hier etwas seltsam, aber das stört nicht weiter ;-). Du hast natürlich völlig Recht: Systemzwang und krude Ansichten sind Schwachpunkte bei AS. Für mich werden die allerdings durch seine Einsichten in den Weltlauf aufgewogen. Stichwort Frauen: Seine Mutter hatte ihm prophezeit, dass man ihre Bücher noch lesen wird, wenn seine eingestampft werden. So ist es dann ja auch gekommen … Von der Bildhauerin Elli Ney war er übrigens so ganz unsystematisch bezaubert.

@scheichsbeutel »Der allseits bekannte Frauenhasser war fasziniert von der jungen Frau, die ihn dazu brachte, sich 1859 in vielen Stunden und Sitzungen, kurz vor seinem Tod, porträtieren zu lassen. So schrieb er: „Sie arbeitet den ganzen Tag bei mir. Wenn ich vom Essen komme, trinken wir zusammen Kaffee, sitzen beieinander auf dem Sopha, da komme ich mir dann vor wie verheiratet.“« (de.wikipedia.org/wiki/Elisabet)

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