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chrbartels

Gestern wurde wieder der Grimme Online Award (GOA) vergeben. Ich war wieder in der Jury, die im Mai die Preis-Entscheidungen fällte. Wie immer sind viele der 28 nominierten Angebote & der 8 Preisträger (Glückwunsch!) gute bis sehr gute Online-Publizistik.

Dieses Jahr allerdings hatte ich mich erstmals für eine Nachnominierung stark gemacht, die leider knapp scheiterte: Für meinen Geschmack hätte einen (oder zumindest eine Nominierung) verdient. (1/8)

grimme-online-award.de/2023/pr

16. Juni 2023, 07:54 · · · 3 · 33

... Klar muss man die Bedeutung von , & aktuell erst recht für viele, v.a. junge Zielgruppen im Blick haben. Für meinen Geschmack aber auch, dass diese Anbieter Datenkraken sind. Solche Fragen waren beim oft nicht so wichtig, ich stritt in Jurys & Nomkomms oft dafür – manchmal erfolgreich.

Dass in den Jurys sehr unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen bis -prallen, fand ich immer sinnvoll & produktiv. (Auszug aus m. Text fürs GOA23-Heft). 2/8

Weil das den Blick dafür weitet, was sich im immer unüberschaubareren Internet alles zugleich dynamisch entwickelt. Genau daher war & bin ich der Meinung, dass es 2023 absurd ist, wieder ü. Tiktoker, Instagramer & Youtuber zu diskutieren, die mit klar guten Absichten auch die Datenkraken füttern – und nicht zugleich über .

Klar ist der dezentrale, nichtkommerzielle Ansatz schwer zu greifen. Offenkundig hat Mastodon Bequemlichkeits- u.a. Nachteile ... (3/8)

... aber eben, weil da nicht 1000e topbezahlte Techniker arbeiten, die im Zweifel für mehr Profitabilität gefeuert werden können.

Mastodon füllt den werblichen, oft phrasenhaft verwendeten Begriff "soziales Medium" mit Leben und wurde 2022/23 zu einem größeren Thema. Natürlich weil Elon -s Mätzchen viele -Nutzer vertrieben. Und genau darüber müsste noch breiter diskutiert werden – und solche Diskussionen müssten Preise wie der aufnehmen. (4/8)

Außerdem ist eine der nicht sehr vielen Internet-Entwicklungen, die zu einem nennenswerten Anteil auch aus Deutschland getrieben werden. So was DARF ein ambitionierter publizistisch orientierter deutscher Online-Preis für meinen Geschmack nicht ignorieren.

Leider sah eine knappe Jury-Mehrheit beim das anders. Die Jury hat diese Entscheidung "vertagt" & sei sicher, dass demnächst "die Debatte um alternative Plattform-Konzepte intensiver werden wird" … (5/8)

… heißts im Jury-Statement (das ich im Prinzip mittrage). Na ja. Gerade jetzt entscheidet sich, ob Mastodon sich (als 1 unter mehreren relevanten Plattformen) durchsetzen kann. Im Netz geht alles schnell.

Wie gesagt: Die Mehrheits-Entscheidung akzeptier ich natürlich. Ich diskutierte weiter mit... & stimmte dann für 3 der 8 Preisträger (und für einige Nichtgewinner). Falsch scheint mir die Entscheidung weiterhin. 2023 wäre ein GOA für Mastodon ein wichtiges & richtiges Signal gewesen. (6/8)

Zumal bei einem Preis, der stark auf öffentlich-rechtliche und staatliche Stellen ausstrahlt, schon weil ein teils öffentlich-rechtlich ( & ) und staatlich (Bundesland NRW) getragenes Institut ihn vergibt.

(Ohne dieses Fass hier noch aufzumachen: Wofür der seine Beitragseinnahmen online ausgeben sollte, und wofür nicht, ist eine so schwierige wie wichtige Frage …) 7/8

grimme-institut.de/organisatio

Der funktioniert in sich, weil Organisatorin Vera Lisakowski und ihr kleines Team sehr gut arbeiten (und die Spannung, anders als bei vielen Medienpreisen, für fast alle bis zum Schluss bleibt): Hätte der Grimme Online Award 2023 im Blick gehabt, hätte er gezeigt, dass er nicht nur der kleine, schlechter ausgestattete Bruder des Fernsehpreises ist, sondern ein wichtiger, vllt der wichtigste Preis für die laufende Medienentwicklung. Der Umkehrschluss gilt leider auch, denke ich.